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2007

Überblick Jahrgang 82 (2007)

Heft 1: Friedensmissionen auf dem Prüfstand

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Die internationalen Einsätze zur Friedenssicherung haben im letzten Jahrzehnt zugenommen und sich qualitativ stark verändert. Eindämmung, Beendigung und Nachsorge lokaler sowie regionaler Konflikte, vor allem in Afrika und Asien, scheinen mehr und mehr die Unterstützung Deutschlands und der EU zu erfordern. Allerdings verfügen die Akteure bislang über kein schlüssiges Konzept zur Bewältigung der neuen Herausforderungen. Welche Aufgaben haben Deutschland und die EU in der internationalen Konflikt- und Gewaltprävention? Welche Rolle nehmen sie dabei ein? In dieser Ausgabe der Friedens-Warte zeigen praxiserfahrene Autorinnen und Autoren Versäumnisse und Fehler bisheriger Einsätze auf und diskutieren Handlungsoptionen zur weiteren Konfliktbearbeitung. Außerdem antworten Christian Tomuschat und Andrew Mack im Debattenteil ihren Kritikern.

Einführung
Volker Rittberger

Abhandlungen

Kriterien, Interessen und Probleme der deutschen Beteiligung an internationalen Friedenseinsätzen – Wann? Wohin? Warum?
Winrich Kühne
 

Friedenskonsolidierung im westlichen Balkan? Zur Ambivalenz des Beitrags internationaler Missionen
Martina Fischer

The Emperor’s New Clothes: The Unravelling of Peacebuilding in Afghanistan
Susanne Schmeidl

Friedensmissionen in Afrika: Trends, Wirkungen und deutscher Beitrag
Michael Brzoska

Debatte



Heft 2-3: Religion, Krieg und Frieden

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Religion übt bis heute auf den Verlauf vieler Gewaltkonflikte einen wesentlichen Einfluss aus. Er äußert sich nicht nur, wie häufig angenommen wird, in einer Verschärfung und Verstetigung gewaltsamer Auseinandersetzungen, sondern auch in Befriedungs- und Beilegungsstrategien. Den Opfern der Kämpfe zwischen Sunniten und Schiiten im Irak stehen beispielsweise die friedlichen Proteste buddhistischer Mönche im Herbst 2007 in Birma gegenüber. Obwohl die ambivalente Rolle der Religion wissenschaftlich weitgehend anerkannt ist, stehen Antworten auf die Frage, wie ihr eskalierendes Potenzial eingeschränkt, aber ihr deeskalierendes gefördert werden kann, noch vielfach aus. Die Friedens-Warte versucht, mit der vorliegenden Ausgabe zur Beantwortung dieser Frage beizutragen, indem in allen Weltreligionen nach Faktoren gesucht wird, die erklären können, weshalb und unter welchen Umständen religiöse Traditionen in manchen Situationen gewalteskalierend und in anderen friedensfördernd wirken.

Dank an den ausscheidenden Mitherausgeber Knut Ipsen  

Einleitung
Andreas Hasenclever / Alexander De Juan

Abhandlungen

Grasping the Impact of Religious Traditions on Political Conflicts: Empirical Findings and Theoretical Perspectives
Andreas Hasenclever / Alexander De Juan

Christianity as a Resource for Conflict Prevention and Post-Conflict Peacebuilding
Andrea Bartoli

The Decline of Grand Ayatollah Sistani’s Influence in 2006-2007
Juan Cole

Ökumenisches Bewusstsein als Erklärungsvariable für das Konfliktverhalten religiöser Akteure: Ein Vergleich der Khudai Khidmatgars und der Hamas
Michael Hörter

Buddhistischer Fundamentalismus – systemtheoretische Skizze eines Paradoxon
Mirjam Weiberg-Salzmann

An Integrated Strategy for Peacebuilding: Judaic Approaches
Ben Mollov / Ephraim Meir / Chaim Lavie

Hinduism and Politics. On the Role of Religious Antagonisms in Indian History and Politics
Stephan Schlensog

Interreligious Dialogue and Peacebuilding
Thomas Scheffler



Heft 4: 100 Jahre Zweite Haager Friedenskonferenz von 1907

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Mit der Unterzeichnung von insgesamt 15 internationalen Konventionen, die das Völkerrecht nachdrücklich prägten, ist die Zweite Haager Friedenskonferenz von 1907 der Verrechtlichung von internationalen Verhaltensweisen ein Wegbereiter gewesen, auch wenn sie durch die nachfolgenden Ereignisse an den Rand der öffentlichen Wahrnehmung gedrängt wurde. Eine isolierte Betrachtungsweise überschreitend, bündelt dieses Heft der Friedens-Warte die Interpretationsansätze von Völkerrechtlern, Philosophen, Kriegsrechthistorikern, Historikern der Öffentlichkeits- und der Internationalen Geschichte, um dem Gegenstand neue oder wenig beachtete Blickwinkel abzugewinnen. Diese liefern nicht nur Beurteilungskriterien für ein angemessenes Verständnis und eine weiterführende Einordnung der Zweiten Haager Friedenskonferenz, sondern stellen in ihrer Gesamtheit eine Diskussion über Grundkategorien von Friedensstiftung, Friedenswahrung und Friedenserzwingung unter den Möglichkeiten von Recht dar.

Einleitung
Jost Dülffer

Abhandlungen

Schiedsgerichtsbarkeit, Staatlichkeit und Frieden: Reflexionen zur Haager Friedenskonferenz von 1907 im Anschluss an Kant und Hegel
Thomas Kater

Vom Direktorialsystem zum Multilateralismus? Die Haager Friedenskonferenz von 1907 in der Entwicklung des internationalen Staatensystems bis zum Ersten Weltkrieg
Matthias Schulz

Die Zweite Haager Friedenskonferenz und die Liberalisierung des politischen Informationsmarktes
Madeleine Herren-Oesch / Cornelia Knab

Die Haager Landkriegsordnung in der internationalen wissenschaftlichen Debatte über Kriegsverbrechen im Ersten und Zweiten Weltkrieg
Danial Marc Segesser

Das Seekriegsrecht und die “Zivilisierung der Menschheit”. Debatten zur Zweiten Haager Friedenskonferenz und ihre Folgen
Alexander Rindfleisch

Vom ius in bello zum ius contra bellum: Der Beitrag der Haager Friedenskonferenzen zur Entwicklung des modernen Völkerrechts
Stephan Hobe / Johannes Fuhrmann

Die Zweite Haager Konferenz und das Recht der friedlichen Streitbeilegung
Christian J. Tams