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2010

Überblick Jahrgang 85 (2010)

Heft 1-2: Konfliktregion Afrika

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Die Friedens-Warte widmet sich in ihrem aktuellen Heft ausgewählten und, hinsichtlich ihrer Auswirkung auf Krieg und Frieden, oftmals ambivalenten Problemfeldern, mit denen (Subsahara-)Afrika konfrontiert wird. Gleichzeitig liefert sie eine Bestandsaufnahme diverser Institutionen beziehungsweise Instrumente, die zur Etablierung menschenrechtlicher, demokratischer Standards beitragen wollen, und beleuchtet Möglichkeiten ihrer Effizienzsteigerung. So liegt mit diesem Schwerpunktheft einerseits ein interdisziplinärer Beitrag zur theoriegeleiteten Diskussion um Gewaltkonfliktlogiken und deren Management vor. Andererseits wird, mit der damit einhergehenden Betrachtung aktueller und jüngerer Konfliktkonstellationen innerhalb einzelner afrikanischer Länder und Regionen, ein Einblick in die derzeitige Situation des afrikanischen Kontinents sowie ein Ausblick auf dessen Fähigkeit zu friedlicher Entwicklung gegeben.

Abhandlungen

Binnenvertreibung in Afrika – eine neue Konvention für ein altes Problem
Anja Kießling

Religion als Konfliktfaktor? Eine systematische Erhebung religiöser Gewaltdimensionen im subsaharischen Afrika
Matthias Basedau / Johannes Vüllers

Diasporisches Handeln in Bürgerkrieg und Wiederaufbau: Beispiele aus Somalia und Somaliland
Markus Virgil Hoehne
 
Offene Kriegsökonomien als Triebfedern für langanhaltende Bürgerkriege in Entwicklungsländern: Von Coltan und Blutdiamanten in der Demokratischen Republik Kongo und in Liberia
Johannes Muntschick
 
Transitional Justice und Entwicklung in Afrika
Susanne Buckley-Zistel / Friederike Mieth / Julia Viebach
 
Africa – A Fertile Soil for the International Criminal Court?
Philipp Kastner
 
Protection of Human Rights in Theory and Reality: The Case of the African Court on Human and Peoples’ Rights Humanitarian Arms Control in 21st Century
Markus Löffelmann
 
Die ECOWAS als regionale Ordnungsmacht Westafrikas?
Christof Hartmann
 
Dokumentation

„Afrika ist voller Schmetterlinge“
Laudatio von Bundespräsident a. D. Horst Köhler auf Henning Mankell anlässlich der Verleihung des Erich Maria Remarque-Friedenspreises am 18. September 2009 in Osnabrück


 


Heft 3: Friedenspädagogik

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Die Idee einer bewussten Erziehung, die Menschen dazu befähigt, Konflikte friedlich zu lösen, stößt global auf zunehmendes Interesse. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Friedenspädagogik vor dem Hintergrund der Friedensforschung muss sich daher auch die Frage nach der Wirksamkeit solcher Bemühungen stellen. Einer Antwort wird sich im vorliegenden Heft mit der Untersuchung genähert, inwieweit friedensbauende Bildungsmaßnahmen in Konfliktgebieten die Einstellungen ihrer Teilnehmer verändern. Sie wird umrahmt von allgemein-theoretischen Ansätzen einerseits – zur Verortung friedenspädagogischer Bemühungen in gesamtgesellschaftliche Lernprozesse sowie zur Weiterentwicklung ihrer konzeptionellen Grundlagen – und von konkreten Anwendungsbeispielen andererseits. Letztere geben, nicht zuletzt durch die Ausweitung des Fokus auf Ansätze islamischer Friedenserziehung, ein anschauliches Bild davon, wie Friedenspädagogik im Einzelnen ausgestaltet werden kann, um den heterogenen Herausforderungen komplexer gesellschaftlicher (Konflikt-)Konstellationen gerecht zu werden.

Abhandlungen

Friedenspädagogik als transformative Bildung
Werner Wintersteiner

Frieden lernen aus systemisch-konstruktivistischer Perspektive. Ein Beitrag zur überfälligen Theoriediskussion innerhalb der Friedenspädagogik
Norbert Frieters-Reermann

Peace Education Does Matter
! Zwischenergebnisse eines Forschungsvorhabens zur Friedenspädagogik in Konfliktgebieten
Volker Lenhart / Alamara Karimi / Tobias Schäfer

Peace Education in Muslim Societies and in Islamic Institutions
Qamar-ul Huda

„Peace Counts on Tour“ – Friedenspädagogik in Konfliktregionen
Uli Jäger / Nadine Ritzi / Anne Romund

Über die Grenzen lernen. Die Alpen-Adria-Sommer-Friedensuniversität. Von einer Kriegskultur zu einer Friedenskultur im Alpen-Adria-Raum
Bettina Gruber / Daniela Rippitsch



Heft 4: Zivilgesellschaft und Frieden

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Angesichts der seit Mitte der 1990er Jahre wachsenden Bedeutung gesellschaftlicher Akteure in der Konfliktbearbeitung will „Die Friedens-Warte“ in ihrer neuesten Ausgabe Möglichkeiten und Grenzen dessen ausloten, was die Zivilgesellschaft in von Krieg und Krisen geprägten Ländern, aber auch in sicherheitsrelevanten Politikfeldern zur Förderung des Friedens beitragen kann. Hierbei liegt der Schwerpunkt sowohl auf lokalen als auch auf internationalen Nichtregierungsorganisationen. Begleitet von der generellen Einsicht, dass zivilgesellschaftliche Akteure Friedensbemühungen stets nur ergänzen können und somit nicht mit unrealistischen Erwartungen zu überfrachten sind, werden Strategien zur Förderung ihrer Tätigkeit, ihr bisheriges Engagement sowie ihr Zusammenspiel mit anderen Akteuren kritisch beleuchtet und Bedingungen herausgearbeitet, unter denen sie die ihnen zugeschriebenen Aufgaben effektiver erfüllen können.

Abhandlungen

NROs als Friedensbringer? Möglichkeiten und Grenzen
Thania Paffenholz

Verhaltensänderung durch Normdiffusion? Die Ansätze von IKRK und Geneva Call im Umgang mit bewaffneten Gruppen
Claudia Hofmann / Ulrich Schneckener

Zivilgesellschaftliche Beiträge zur Überprüfung nuklearer Rüstungskontrollverträge
Martin B. Kalinowski

Zivilgesellschaft und Friedenskonsolidierung. Erfahrungen in Bosnien-Herzegowina
Martina Fischer

Frieden in Afghanistan: Durch wen? Mit wem? Zur Rolle lokaler zivilgesellschaftlicher Schlüsselakteure und NGOs für einen bottom-up-Friedensprozess
Cornelia Brinkmann