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Geschichte - Seite 3

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Neubeginn als interdisziplinäre Fachzeitschrift

Der abermalige Umzug nach Berlin und eine damit verbundene Neuausrichtung der Friedens-Warte erfolgten nach dem Tod Wehbergs im Jahr 1962 unter dem Verleger Arno Spitz, mit dem Wehberg als Schüler und Freund verbunden gewesen war, und dem am ältesten deutschen Institut für Völkerrecht in Kiel tätigen Völkerrechtler und neuen Herausgeber Jost Delbrück. Mittlerweile waren zahlreiche von der Zeitschrift bereits lange propagierte Ziele wie die europäische Einigung, die internationale Zusammenarbeit in verschiedensten Sachbereichen sowie eine rechtlich normierte internationale Konfliktregelung zur faktischen Realität bzw. allgemein geteiltem Ideengut geronnen. Hinzu kam, dass die Entwicklung der Disziplin der Internationalen Beziehungen als Teilbereich der Politikwissenschaft weit vorangeschritten war und der Völkerrechtslehre nicht mehr allein die Rolle einer Leitwissenschaft in Hinsicht auf Fragen von Krieg und Frieden zufiel. Insgesamt hatte sich der Schwerpunkt von der historischen und rechtlichen Kriegsursachenforschung hin zu einer vermehrt politikwissenschaftlich orientierten Friedens- und Konfliktforschung verlagert. Im Fokus der Friedens-Warte standen nun intergouvernementale Organisationen wie die Vereinten Nationen, die NATO oder der Warschauer Pakt; dokumentiert wurden beispielsweise auch die Herausbildung des Menschenrechtsschutzes sowie die internationalen Abrüstungsverträge. Seit der Wiedervereinigung war auch die Bundesrepublik stärker mit den (auch militärischen) Anforderungen im Bereich der weltweiten Friedenssicherung konfrontiert, solides Fachwissen und intensive Reflexion über eine Politik der aktiven Friedensgestaltung wurden vor diesem Hintergrund dringender gebraucht denn je.

Die Friedens-Warte heute

Seit 1996 wurde die Zeitschrift durch ein neues Herausgebergremium, bestehend aus Prof. Knut Ipsen (bis 2006), Prof. Volker Rittberger () sowie Prof. Christian Tomuschat fortgeführt. Als führende Vertreter der Völkerrechtslehre bzw. der Politikwissenschaft in Deutschland verliehen sie dem interdisziplinären Ansatz der Friedens-Warte erneut Ausdruck. Auf Volker Rittbergers Vorschlag wurde der englische Untertitel "Journal of International Peace and Organization" hinzugefügt. Somit fand die englische Sprache Eingang in die Friedens-Warte. Gleich bleiben sollte indes ihre herausragende Besonderheit: ihre Verankerung in all den Wissenschaften, die sich mit Krieg und Frieden vor allem in den internationalen Beziehungen befassen. So wurde bewusst darauf verzichtet, die Zeitschrift einseitig und nur einer der beteiligten Disziplinen zuzuordnen. Seit 2011 wird Prof. Tomuschat durch die Herausgeber Andreas von Arnauld als Rechtswissenschaftler und Tobias Debiel als Politikwissenschaftler unterstützt. Sie sind verantwortlich für das aktuelle Profil der Zeitschrift, das das traditionelle Anliegen aus ihrer Gründungszeit mit den im Laufe ihrer Entwicklung neu hinzugetretenen Herausforderungen verbindet mittels der wissenschaftlichen Aufklärung und Auseinandersetzung, der internationalen Ausrichtung, der Vermittlung zwischen den einzelnen Fachwissenschaften, die mit friedensrelevanten Fragen befasst sind, sowie der Weitergabe friedenswissenschaftlicher Erkenntnisse an die politische Praxis will die Friedens-Warte ihren Beitrag zur Sicherung des Weltfriedens, verstanden in einem umfassenden Sinne als gewaltfreie Behandlung von Konflikten zwischen Staaten sowie zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren leisten.